Plattform "Digitalisierung in Bildung und Wissenschaft": Datum:
Beim IT-Gipfel 2016 und auf dem Digital-Gipfel 2017 lieferten die Arbeitsgruppen der vom BMBF initiierten und geleiteten Plattform Antworten auf zentrale Fragestellungen zum digitalen Wandel in Bildung, Wissenschaft und Forschung.
Die IT-/Digital-Gipfel-Plattform
„Digitalisierung in Bildung und Wissenschaft“ wurde im Herbst 2015 ins Leben gerufen, um zentrale Fragestellungen zum digitalen Wandel in Bildung, Wissenschaft und Forschung zu erörtern. Welche zusätzlichen Qualifikationen benötigen Fachkräfte in der digitalisierten Arbeitswelt? Wie können Jugendliche schon im Schulalter für die Möglichkeiten digitaler Technologien begeistert werden? Wie verbessern digitale Bildungsangebote die Möglichkeiten lebenslangen Lernens?
Die Erkenntnisse aus den Arbeitsgruppen sollen dabei helfen, den digitalen Wandel in diesen wichtigen Zukunftsfeldern aktiv zu gestalten. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Bildung erarbeiten in einem unterjährigen Arbeitsprozess, wie die Chancen der Digitalisierung in Bildung, Wissenschaft und Forschung effektiv genutzt werden können. Die Plattform wird von Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung und Herrn Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, dem Co-Vorsitzenden der Plattform, geleitet.
Beim IT-Gipfel in Saarbrücken stellen die Arbeitsgruppen erste Ergebnisse ihrer Arbeit vor.
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„Wir brauchen eine Art digitaler Aufklärung“, sagt Prof. Dr. Christoph Meinel. Ganz neue Möglichkeiten eröffnen beispielsweise die Cloud-Technologien den Nutzern von digitalen Bildungsangeboten. Die Schulcloud beispielsweise ermöglicht es verschiedenen Schulen, auf gemeinsame Lerninhalte zuzugreifen. Auch für sogenannte MOOCs – Massive Open Online Courses – macht sich Meinel stark: „Es gibt hier eine große Nachfrage. Viele Möglichkeiten sind noch nicht ausgeschöpft.“
Die Digitalisierung stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Vom Kindergarten bis zur Universität gilt es, Chancen aufzuzeigen und zu nutzen. Auch die Infrastruktur muss verbessert werden, damit schnelles Internet für jeden verfügbar ist. „Das sind Themen, die der Digitalisierung einen Push geben“, sagt Achim Berg. Auch Unternehmen müssen sich dem Thema stellen. Hier können wir von den USA lernen: „In den USA ist es leichter, etwas neu zu starten und auch einmal einen Fehler zu machen.“
Neue Medien ins Lernen zu integrieren ist das Ziel von zeitgemäßer Berufsbildung. „Es ist unser Interesse, die Lernsituationen effizient zu gestalten, damit Auszubildende möglichst viele Kompetenzen aufbauen können“, sagt Friedrich Hubert Esser. Wer neue Technologien im Unterricht nutzt, gewinnt auch an Attraktivität bei den Lernenden. Esser wünscht sich, dass alle Beteiligten jetzt in die Offensive gehen. Der IT-Gipfel soll dafür das Signal geben.
„Das Handwerk ist offen für die Digitalisierung“, sagt Hans Peter Wollseifer. Computer und Internet könnten helfen, neue Märkte zu erschließen. „Handwerk stellt sich schnell auf neue Märkte und Marktanforderungen ein“. Die Arbeit der Handwerker hat sich heute bereits stark verändert: Statt eines Notizblocks benutzen sie Tablets, ein Angebot wird innerhalb von Stunden erstellt. In großen Betrieben ist die Entwicklung schon angekommen, jetzt müssen kleinere und mittlere Betriebe folgen.
„Die Verantwortung des Einzelnen für sein eigenes berufliches Fortkommen wird steigen“, sagt Michael Härtel. Doch die Digitalisierung ermöglicht es, beim Wissenserwerb neue Wege zu gehen. Dazu gehört, dass sich Lehrende und Lernende abseits klassischer Bildungseinrichtungen austauschen, beispielsweise über Videoplattformen. Schulen und Hochschulen werden sich dieser Konkurrenz stellen müssen.
Um die Chancen der Digitalisierung im Bildungsbereich nutzen zu können, brauchen wir einen regen Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Bildungseinrichtungen in einer völlig digitalisierten Gesellschaft die letzten analogen Inseln sind“, sagt Bühler. Um zu zeigen, wie Schulbildung in Zukunft aussehen kann, präsentiert der Digitalverband Bitkom auf dem Nationalen IT-Gipfel das Projekt „Smart School“.
Das Internet ermöglicht den Zugriff auf riesige Datenmengen. Besonders die Forschung profitiert davon. „Durch die Verfügbarkeit von Daten entwickeln sich für die Wissenschaften ganz neue Dimensionen“, sagt Dr. h. c. Peter Wittenburg. So können Theorien schneller belegt werden. Um dies zu nutzen, ist der Austausch zwischen Universitäten und mit Institutionen außerhalb der Lehre notwendig. Hier sieht Wittenburg Deutschland gut schon aufgestellt, sagt aber dennoch: „Es muss viel mehr passieren.“
Für den Mittelstand bietet die Digitalisierung viele Chancen. Fachkräfte können geschult und an Unternehmen gebunden werden. Das ist besonders in ländlichen Regionen wichtig. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels achten Bewerber genau auf den digitalen Stand eines Unternehmens“, sagt Mario Ohoven, Präsident des BVMW - Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V. Deshalb müsse die Digitalisierung „integraler Bestandteil unseres Bildungssystems werden“.